Dienstag, 1. Mai 1979

1979 - Die Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule" wird gegründet

Die Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule" wird im Mai 1979 von Dr. Werner Preisinger (1905-1986) begründet. Werner Preisinger war Geschichtslehrer undMitte der 1950er Jahre ein enger Mitarbeiter der Philosophin Mathilde Ludendorff aus einer damals jüngeren Generation. Er wurde von Mathilde Ludendorff und vielen Menschen als der Begabteste seiner Generation angesehen dafür, die Inhalte der Philosophie Mathilde Ludendorffs nicht unangemessen zu vertreten.

Das Selbstverständnis der vorliegenden digitalen Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule" ist sehr stark geprägt von und orientiert an den Inhalten und Anliegen der von Werner Preisinger 1979 gegründeten Zeitschrift. Darum sollen auch einige Beiträge zur Geschichte dieser Zeitschrift eingestellt werden, wobei zum Teil auch bislang unveröffentlichte Zeugnisse bekannt gemacht werden sollen.

Abb. 1: Sammelmappe für die ersten 20 Folgen
der Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule"
In der Bekanntmachung zu ihrem Erscheinen wird 1979 ausgeführt:
Die Deutsche Volkshochschule will Kenntnisse der Natur- und Geisteswissenschaften vermitteln, soweit sie zu der von Mathilde Ludendorff gegebenen Philosophie in Beziehung stehen; deshalb werden Auswahl und Bewertung des zu vermittelnden Wissens durch diese Philosophie bestimmt und Einklang oder Gegensatz zu ihr dargestellt. Diesem Ziele zu dienen, finden Tagungen der Deutschen Volkshochschule statt. Mit dem vorliegenden Heft kommen wir einem immer wieder geäußerten Wunsch der Tagungsteilnehmer entgegen, die Vorlesungen der Deutschen Volkshochschule gedruckt herauszugeben, um dadurch die Wirkung der Vorlesungen zu vertiefen, den Lehrkräften der Lebenskunde das philosophische Rüstzeug für den Unterricht zu geben und auch andere Menschen, vor allem Studierende, anzusprechen und damit die Gotterkenntnis Ludendorff in Verbindung mit den modernen Ergebnissen der Wissenschaft in Neuland zu tragen. 
Im Vorstellungstext, der auf der ersten Innenseite jeder Folge erschien, wurde ausgeführt:
Die Deutsche Volkshochschule
tritt ein für Lebenserhaltung, für Volkserhaltung, für Gotterkenntnis Ludendorff.
Gewiß, Lebenserhaltung und Volkserhaltung werden von anderen auch vertreten, aber die Deutsche Volkshochschule geht dabei einen eigenen Weg, der von anderen nicht beschritten wird.
Nicht politische Stellungnahme ist unsere Aufgabe. Wir werden vielmehr alle Fragen unter dem einheitlichen Gesichtspunkt der von Mathilde Ludendorff gegebenen Philosophie betrachten, denn diese Philosophie zeigt den Sinn des Menschenlebens, zeigt Sinn und Gesetz des Völkerlebens.
Das Erfüllen des Lebenssinnes hat selbstverständlich die Erhaltung des Lebens auf unserer Erde zur Voraussetzung, aber auch die Erhaltung aller Völker in ihrer Eigenart, also auch die Erhaltung unseres deutschen Volkes.
Lebenserhaltung und Volkserhaltung können letztlich nur erfüllt und gesichert werden, wenn ihr Sinn und Gesetz erkannt sind.
Lebenserhaltung und Volkserhaltung sind Voraussetzung für die Erhaltung des Göttlichen unter den Menschen. Deshalb ist die von Mathilde Ludendorff gegebene "Gotterkenntnis" die Grundlage all unseres Bemühens.
In der ersten Folge der Zeitschrift „Die Deutsche Volkshochschule“ kündigt Werner Preisinger an, sich mit dem modernen Darwinismus auseinandersetzen zu wollen. Es wird die klassische Lehre des Neodarwinismus dargestellt und ihm werden naturwissenschaftliche Einwände und Kritiken gegenübergestellt. Schon auf Seite 13 zitiert Preisinger zum ersten mal aus Susumu Ohno „Evolution by Gene Duplication“ (1970), ein für damalige Zeiten - und noch heute - sehr fortschrittliches Werk, das eine fundamentale Kritik am Neodarwinismus enthält.

In der Folge 2 wird zusätzlich zu vielen anderen Büchern über Evolution auch Hoimar von Ditfurth's „Im Anfang war der Wasserstoff“ (1972) angeführt. In Folge 3 werden dann Inhalte der Bücher des Biologen Adolf Portmann referiert: „Entläßt die Natur den Menschen?“ (1970) und „An den Grenzen des Wissens“ (1974). Auch Inhalte von Konrad Lorenz „Das sogenannte Böse“ (1971) sind Thema. Den Meinungen dieser Forscher wird schließlich die Aussage der Philosophie von Mathilde Ludendorff gegenübergestellt. Folge 4 behandelt dann ausführlich Jaques Monod's damals viel erörtertes Buch „Zufall und Notwendigkeit“. In der Vorankündigung zum Erscheinen heißt es:
Folge 4 macht mit dem Werk des französischen Forschers Jacques Monod bekannt und erläutert die Auffassung Mathilde Ludendorffs über „das sinnvolle Maß der Kausalität“. Folge 5 zeigt das von Mathilde Ludendorff erkannte Schöpfungsziel und setzt dagegen abweichende Auffassungen führender Naturwissenschaftler, vor allem in der Frage der Kausalität und der Finalität.
In der Folge 6 von „Die Deutsche Volkshochschule“ aus dem Jahr 1980 wird das Schriftbild schon professioneller. Es ist nun nicht mehr einfach nur mit Schreibmaschine geschrieben. Von dieser Folge ab wird auch immer einmal wieder Leserstimmen Raum gegeben und es wird auf sie geantwortet. Auch kommen allmählich andere Themen außer Evolution hinzu. Etwa Auseinandersetzungen mit der christlichen Religion. Zur Hauptthematik Evolution werden nun auch Otto H. Schindewolf's „Grundlagen der Paläontologie“ (1950) angeführt, sowie Max Hartmann's „Die philosophischen Grundlagen der Naturwissenschaften“ (1959). Die Ansichten Schindewolf's werden in Folge 7 weiter dargelegt. Nun auch mit Verweisen auf den Schüler Schindewolf's, nämlich Heinrich K. Erben („Die Entwicklung der Lebewesen“ [1975]).

Während des Jahres 1981 werden immer häufiger auch andere Themen außer Evolution in der Zeitschrift „Die Deutsche Volkshochschule“ behandelt. Die ganze Folge 19 vom März 1982 beschäftigt sich mit den Lebenserinnerungen und dem Leben Mathilde Ludendorffs. Dies wird in den Folgen 20 und 21 vom Mai und Juli 1982 fortgesetzt.

1982 - Geplante Mitarbeit von Gerold Adam


Im Nachlass des Konstanzer Physikers und Biologen Prof. Gerold Adam (1933-1996) findet sich ein handschriftlich mit Bleistift beschriebenes Blatt, betitelt „Gliederung zu: Die Evolution aus der Sicht der Naturwissenschaft und der Philosophie“. Es handelt sich also hier schon um den gleichen Titel, unter dem Gerold Adam dann ab 1989 (unter dem Namen Hermin Leupold) Aufsätze in der Zeitschrift „Die Deutsche Volkshochschule“ erscheinen ließ. Im folgenden die damals von ihm geplante Gliederung:
1. Einführung: - Synergetik
- Philosophie → Schöpfungsgeschichte
2. Das Wesentliche der philosophischen Aussage
I. Aussagen:
a) zur Natur
b) Kultur
c) Kulturpflege
d) eigene Lebensgestaltung
II. Wege zur Erkenntnis:
a) Vernunft Deduktion
b) Intuition
III. Inhalt der Aussagen
a) Lebenssinn
b) Seelenlehre
c) Kulturphilosophie
d) Entwicklungsgeschichte
e) Schlußfolgerung: Ziel der Schöpfung Bewusstsein
3. Schöpfungsgeschichte
I. Bis einschließlich flüssige Kristalle ohne Mikrofossilien
II. Vielzeller
III. Proteinevolution, Genduplikation
Hier schon ist erkennbar, dass das vereinheitlichende Prinzip seiner Ausführungen die Synergetik (des Physikers Hermann Haken) sein sollte. In parallelen „Notizen zu Ditfurth's 'Wir sind nicht nur von dieser Welt'“ schrieb Gerold unter anderem in ähnlichem Sinne:
Prigogine: Evolutionsbegriff auch grundlegend für Physik
Auch aus den genannten Unterpunkten der damaligen Gliederung wird ersichtlich, dass dies noch eine etwas andere Gliederung war, als jene, an die er sich dann sieben Jahre später gehalten hat. Er hat dann viel mehr noch zwei weitere Aufsatzreihen begonnen, nämlich (ab Januar 1994) „Die stammesgeschichtliche Entstehung des Menschen aus der Sicht der Naturwissenschaft und der Philosophie“ und (ab März 1995) „Fragestellungen, Methoden und Aussagen der Philosophie“. In der Gliederung von 1982 ist der naturwissenschaftliche Teil noch vergleichsweise summarisch behandelt und wird die Humanevolution gar nicht erwähnt.

Der größte Teil der nachmals von Gerold zitierten wissenschaftlichen Literatur - zum Beispiel zu „Die stammesgeschichtlichen Wurzeln des menschlichen Schönheitserlebens“ - stammt auch erst aus den 1990er Jahren. Auch beispielsweise die Soziobiologie hat ja erst nach 1982 ihren Aufschwung genommen, einen Aufschwung, den Gerold - wie auch sein Nachlass bezeugt - mit dem Kopieren von vielen Aufsätzen verfolgte, ihn in Vorträgen auch referierte und deutete, den er aber bis 1996 gar nicht mehr in Aufsatzform aufarbeiten konnte. Gleich geblieben ist in der verwirklichten Fassung, dass die Synergetik gleich am Anfang und recht ausführlich behandelt wird. Unter diese Gliederung ist dann mit Kugelschreiber notiert:

Gespräch mit Preisinger am 2.5.82, 11.30
Vereinbarung: Meine Ausführungen als Beilage von je 16 – 20 Seiten
Für das Juliheft noch nicht vorzusehen
Ich werde die ca 3 Beilagen bis einschließlich flüssige Kristalle bis Herbst schicken. Abriß der Philosophie schon eher zur kritischen Durchsicht des Schriftleiters.
Großzügige Bildausstattung ist möglich.
Gerold Adam erzählte gelegentlich, dass ihm Werner Preisinger damals sagte, dass ihm die naturwissenschaftlichen Themen ausgehen würden, und dass er allmählich zu anderen, allgemeineren Themen würde übergehen müssen, wenn er, Gerold, keine Aufsätze einreichen würde. Gerold konnte die hier getroffene Vereinbarung dann - aus welchen Gründen auch immer - doch nicht einhalten. Dies geschah dann erst sieben Jahre später, ab 1989 bis 1996, also drei bis zehn Jahre nach dem Tod von Werner Preisinger.

Abb. 2: Todesanzeige für Werner Preisinger

In der Zeit zwischen 1983 und 1988 war die inhaltliche Themenstellung der Zeitschrift dann schwerpunktmäßig philosophisch, geschichtlich und kulturgeschichtlich und nicht mehr naturwissenschaftlich. Ab der Folge 24 vom Januar 1983 erschienen die Aufsätze im Frakturdruck. Es gibt nun auch wechselnde Titelbilder. Folge 25 vom März 1983 behandelt „Gedanken zum Osterfest“. Die Folge 29 vom November 1983 bringt einen Aufsatz zum Thema „Die Friedensbewegung und Mathilde Ludendorff“. Und so wurden noch viele weitere, allgemeinere Themen behandelt.

1986 - Generationenwechsel


Werner Preisinger starb im Februar 1986. In der Grabrede im Namen des Vereins "Die Deutsche Volkshochschule" wurde unter anderem gesagt (1):
Werner Preisinger war im tiefsten angerührt, ja bestürzt über die Verworrenheit und Haltlosigkeit der Menschen unserer Zeit, über das weitverbreitete Unvermögen, mit sicherer Selbstverständlichkeit in Fragen der Erhaltung unserer Lebenswelt, der Erhaltung und Gestaltung unserer Lebensgemeinschaften wie Familie und Volk richtig zu sehen und zu handeln. Er war tief betroffen von dem sich aus solchem Unvermögen ergebenden Kulturverlust, dem Verlust oder sogar Schwinden des Göttlichen aus unserer Lebenswelt.
Lange und eingehend hat er bedacht, wie dieser Entwicklung entgegenzutreten sei. Und er kam zu dem Ergebnis, dass der Sinn des Menschenlebens wie auch Sinn und Gesetz des Lebens der Völker von der Philosophie Mathilde Ludendorffs richtig aufgezeigt wird. Um der Verworrenheit und Haltlosigkeit unserer Zeit zu steuern, will daher die Deutsche Volkshochschule das Volk mit klaren weltanschaulichen Gedanken durchdringen, wie sie in den Werken der Religionsphilosophie Dr. Mathilde Ludendorffs niedergelegt sind.
Und abschließend:
So herb daher der Verlust durch seinen Tod ist, ebenso stark wirkt sein Vorbild als Maßstab, an dem wir unseren Einsatz zu messen haben, in dem Bemühen, sein Werk fortzusetzen.
Nach dem Tod von Werner Preisinger hat zunächst Kurt von Zydowitz die Schriftleitung der Zeitschrift übernommen. Kurt von Zydowitz gehörte der gleichen Generation wie Werner Preisinger an und hatte unter anderem das wertvolle dreiteilige Werk "Glaubensumbruch - Ein Verhängnis" herausgebracht über die Geschichte der Christianisierung der mitteleuropäischen Stämme und Völker im Früh- und Hochmittelalter. Er brachte auch noch ein Sonderheft der Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule" heraus benannt "Auf der Suche nach Gott" (s. Archive.org). Noch im selben Jahr, im Oktober 1986, starb aber auch er.

/Dieser Beitrag wurde zuerst 
veröffentlicht am 25.3.2017/
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  1. Abschied von Dr. Werner Preisinger. In: Die Deutsche Volkshochschule. Schriftleiter Dr. Kurt von Zydowitz, Folge 43, Mai 1986, S. 1-15, hier S. 7

Montag, 1. Januar 1979

Eine neue digitale Zeitschrift

Das Anliegen

Die digitale Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule" wurde im März 2016 gegründet.

Abb. 1: Hermin Leupold - Die Evolution
aus der Sicht der Naturwissenschaft
und der Philosophie (1989-1996)
Ihr Selbstverständnis ist sehr stark orientiert an den Inhalten und Anliegen der gleichnamigen Zeitschrift, die im Jahr 1979 von Werner Preisinger (1905-1986) gegründet worden ist (s. FuerKultur), von der grundlegende Beiträge schon 2001 in einem Sammelband (1) (Abb. 1), und von der seit 1979 bis heute insgesamt über 150 Folgen erschienen sind (Abb. 2).

In der vorliegenden digitalen Zeitschrift, die in völliger Unabhängigkeit und Selbständigkeit gegenüber der Papier-Ausgabe der Zeitschrift gestaltet wird, sollen einerseits neue Aufsätze und Beiträge erscheinen. Es soll andererseits aber auch die bisherige Geschichte dieser Zeitschrift in wichtigeren Auszügen dokumentiert werden.

Auch werden ältere Artikel, die seit etwa 2008 verstreut auf anderen Blogs mit ähnlichen Anliegen erschienen sind (etwa auf "Studium generale", auf "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" und auf "Studiengruppe Naturalismus"), und die gut zu den Inhalten und der Ausrichtung dieser digitalen Zeitschrift passen, hier noch einmal eingestellt, um hier eine Bündelung der Themen zu erreichen. Diese älteren Blogartikel werden hier - ebenso wie die Dokumentation der Geschichte der Papier-Zeitschrift - mit dem Datum eingestellt, mit dem sie erstmals erschienen sind. So repräsentiert dieser Blog auch eine gewisse Chronologie, in der man dementsprechend "zurück" "blättern" kann.

Warum in Frakturschrift?


In diesem ersten Artikel soll vor allem etwas zu dem Umstand gesagt werden, dass dieser Blog - so wie die Papier-Zeitschrift - in Frakturschrift erscheint. //Die Frakturschrift dieses Blogs ist bislang allerdings nur in normalen PC-Browsern zu lesen, Tablets oder Mobiltelefone sind darauf noch nicht eingerichtet.//

Zur technischen Seite lässt sich sagen, dass das in einem ersten Schritt vergleichsweise leicht umgesetzt werden kann. Denn dazu muss man nur die Anweisungen auf dem "Fraktur-Forum" (2) befolgen. Allen Fachleuten, "Schriftgelehrten" und Schriftsetzern ist natürlich klar, dass eine automatische Eins-zu-Eins-Umwandlung von Antiqua-Schrift zu Frakturschrift dem Charakter der überlieferten deutschen gebrochenen Schriften, bzw. Frakturschriften nicht gerecht werden kann. Denn die deutschen Frakturschriften kennen viele Typen, die es in der Antiquaschrift gar nicht gibt. So vor allem das lange s, jeweils eine einzelne Drucktype für sch, ch, ck und so weiter. Und diese Typen können bei einer schnellen Eins-zu-Ein-Umwandlung gar nicht in einer der traditionellen Frakturschrift gerecht werdenden Weise zum Einsatz kommen. Dieses Problem muss einstweilen hier auf dem Blog als nicht gelöst erachtet werden.

Aber irgendein Anfang soll doch endlich einmal gemacht werden. Außerdem: Es macht dennoch Freude, auch moderne, aktuelle Texte in einer solchen Frakturschrift zu lesen. Geht es Ihnen nicht auch so, lieber Leser? Das Einlesen ist doch gar nicht so schwer. Und es ist für denjenigen schon gar nicht schwer, der sowieso - auch sonst - einmal "alte Bücher" liest, die ja bis 1941 in ihrer großen Mehrheit immer in Fraktur und in gebrochenen Schriften gesetzt gewesen waren, sei es nun in Papierform oder - wie neuerdings möglich - auch auf dem Tablet (über Google Play Bücher) (s. GA-j!, 24.10.16).

Aber warum überhaupt noch heute einen Internetblog, eine digitale Zeitschrift in Frakturschrift erscheinen lassen? Zuletzt hat sich wohl der israelische "Deutschland-Philosoph" Yoav Sapir auf den Scilogs (Wissenschaftsblogs) von "Spektrum der Wissenschaft" darüber Gedanken gemacht (3,4).

Abb. 2: Die Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule" ist seit 1979 in über 150 Folgen erschienen 

In der Zeitschrift "Die Deutsche Volkshochschule" ist zu diesem Gegenstand zuletzt im Jahr 1990 ein sehr inhaltsreicher Aufsatz erschienen (5). Dabei kam auch einmal erneut ein Aufsatz des deutschen Verlegers Eugen Diederichs zu dieser Frage aus dem Jahr 1912 zum Abdruck (6). In diesen beiden Aufsätzen sind viele gute Argumente zusammen getragen, auf die wir uns auch hier auf dem Blog beziehen, und die - in Kurzform - darauf hinauslaufen, dass die deutsche Frakturschrift, die in der Dürer-Zeit in Deutschland geschaffen worden ist und bis zum Verbot durch Adolf Hitler im Jahr 1941 immer benutzt worden ist, ein Ausdruck deutschen seelischen Erlebens ist und als solches seelisches Erleben auch immer wieder neu weckt und wecken kann, wenn wir Worte in dieser deutschen Schrift lesen.

Wir wollen dieses wichtige Kulturgut deutsche Schrift - zumal wenn es uns um Seele geht und um seelische Ansprechbarkeit - nicht der Vergessenheit anheim fallen lassen. Wir wollen der Frage nicht gleichgültig gegenüber stehen, in welcher Schrift wir uns unserer deutschen Kultur zuwenden.

Dies sei hier zunächst nur in Kurzform festgehalten. Ein ausführlicher Gedankengang und ausführlichere Begründungen werden - wenn Zeit dafür ist - nachgereicht.

/Zuerst veröffentlicht 13.3.16, 
letzte Überarbeitung 25.3.17/
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  1. Leupold, Hermin (posthum): Philosophische Erkenntnis in ihrer Beziehung zur Naturwissenschaft. Aufsätze zur geschichtlichen Entwicklung der Erkenntnistheorie, zur Evolution des Weltalls und des Bewußtseins. Die Deutsche Volkshochschule, 23845 Bühnsdorf, 2001
  2. http://unifraktur.blogspot.de/2010/09/unifraktur-blog-in-frakturchrift.html, http://unifraktur.sourceforge.net/unifraktur-forum/viewtopic.php?p=258#p258 [14.9.2010]
  3. Sapir, Yoav: Sprache und Schrift - nicht zu überschätzen. Auf: Internetblog "Un/zugehörig - ein israelischer Blick auf Deutschland", 10. August 2010, http://www.scilogs.de/un-zugehoerig/sprache-und-schrift-nicht-zu-untersch-tzen/
  4. Sapir, Yoav: “Korrektes” Deutsch mit Antiquaschrift? Auf: Internetblog "Un/zugehörig - ein israelischer Blick auf Deutschland", 12. August 2010, http://www.scilogs.de/un-zugehoerig/korrektes-deutsch-mit-antiquaschrift/
  5. Schäfler, Wilhelm: Schrift und Sprache. In: Die Deutsche Volkshochschule, Folge 65, Januar 1990, S. 1-10
  6. Diederichs, Eugen: Sollen wir die Fraktur abschaffen? In: Jahrbuch des deutschen Werkbundes, 1912, http://www.digitalis.uni-koeln.de/Werkbund/werkbund65-75.pdf; erneut abgedruckt u.a. in: Die Deutsche Volkshochschule, Folge 65, Januar 1990, S. 12-15

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